Zum Inhalt springen
Freitag, 30.10.2026

Ein neues Löschfahrzeug, erneuerte Fahrzeughallen, ein Wechsel in der Jugendfeuerwehrführung und neue Uniformen

Am 30. Oktober wurde es wieder feierlich im Feuerwehrhaus Cloppenburg. Unser Chef Horst Lade als Hausherr und Bürgermeister Neidhard Varnhorn hatten eingeladen. Und alle waren gekommen. Zu den Ehrengästen gehörten der stellvertretende Landrat Hermann Schröer, Ratsfrauen und Ratsherren, Altbürgermeister und Feuerwehrehrenmitglied Dr. Wolfgang Wiese sowie Vertreter der Verwaltung, angeführt vom Ersten Stadtrat Wigbert Grotjan. Dazu natürlich die lieben Verwandten aus der Blaulichtfamilie: das DRK und das THW, die benachbarten Feuerwehren und unsere Musiker – die Feuerwehrkapelle und der Spielmannszug.

Nun feiern wir nicht einfach so. Zumal es an Anlässen wirklich nicht mangelte. Mit „Alles neu“ könnte man sie zusammenfassend benennen.

Groß, rot und auf Hochglanz poliert – so war Anlass Nummer eins gar nicht zu übersehen. Ein neues Fahrzeug. Mit neuen Fahrzeugen haben wir es ja regelmäßig zu tun. Auch in der Leitung der Jugendfeuerwehr kommt es schon mal, aber doch eher selten, zu neuen Konstellationen. Umbauten und neue Gebäudeteile hatten wir in den letzten Jahren ebenfalls. Was aber auch für uns so richtig neu ist, das ist

320 PS und eine feste Partnerschaft

Fangen wir mit dem neuen Fahrzeug an. Oder doch erst mit dem alten. Unser 14-23-10, ein Tanklöschfahrzeug auf einem Iveco-Fahrgestell, war wirklich reif für den Austausch. Nach 29 Jahren hatte es seinen Dienst getan.

Der Nachfolger ist ein LF 20, also ein Löschgruppenfahrzeug. Vorne Fahrer und Gruppenführer, dahinter die Mannschaft, notfalls sogar mit Melder. Der Rest des Autos besteht aus einem Wassertank und den drumherum untergebrachten Geräten zur Brandbekämpfung. Pumpe und Schlauchhaspel bilden den Abschluss. Kerniges Gerät, mit Allrad und griffigen Reifen – falls es mal unwegsam wird.

Man wird das LF 20 im Stadtgebiet, aber auch im Umland oft zusammen mit unserer Drehleiter sehen. Die beiden bilden künftig ein festes Gespann. Das LF 20 liefert das Wasser für den Werfer der Drehleiter und bringt die Mannschaft für deren Bedienung mit. Eine Partnerschaft mit klarer Aufgabenverteilung also.

Kleine Begebenheit am Rande: Keine vierundzwanzig Stunden, nachdem das LF bei uns eingetroffen war, wurde es zu einem Dachstuhlbrand in die Gemeinde Emstek gerufen. Pumpe und Technik waren bekannt. Die Einweisung in die Beladung übernahm Premierenmaschinist Thomas Stöckmann während der Anfahrt.

Schlingmann hat uns das Auto auf ein Scania-XT-Fahrgestell gebaut. 320 PS bewegen die zulässigen 18 Tonnen hoffentlich allzeit souverän und sicher. Um Schutz und Sicherheit haben auch Pastor Andreas Pauly und Pfarrer Tobias Eilers gebeten. Eilers, seit drei Wochen Mitglied unserer Wehr, ließ es sich nicht nehmen, reichlich Weihwasser außen und innen einzusetzen.

Den symbolischen Schlüssel für das gut 600.000 Euro teure Fahrzeug übergab Bürgermeister Neidhard Varnhorn offiziell an unseren Stadtbrandmeister Horst Lade. (v.l.n.r. Sebastian Leuschner, Horst Lade, Neidhard Varhnhorn und Ulrich Lade)

Unter dem Pflaster und hinter den Toren

Lange Zeit schien unklar, ob aus unserem Innenhof eventuell doch ein Schwimmbad wird. Zunächst war da nämlich ein ziemlich großes Loch. Viele Kubikmeter Sand wurden ausgehoben, um unter der Oberfläche Rigolen einbauen zu können. Sie nehmen Regenwasser auf und geben es dann langsam in die Kanalisation ab. Hochwasserschutz im Innenhof also. Dazu kam noch ein Ölabscheider, ungefähr so groß wie unser GTLF. Optisch ist der Hof gar nicht so viel anders als vorher, wenn man die „unzähligen“ Schachtdeckel einfach übersieht.

In den Fahrzeughallen ist die Neuerung augenfälliger. Wo wir früher allerschönsten Klinkerstein hatten, machen sich jetzt nüchtern-sachliche Industriefliesen breit. Dazu Entwässerungsrinnen, mittig unter den Fahrzeugen. Alles pflegeleicht und auch zur Zufriedenheit der Feuerwehrunfallkasse. Nein, hässlich ist es gewiss nicht. Aber der alte Klinker war doch irgendwie ganz hübsch.

Also: ein neuer Hof, sowohl ober- als auch unterirdisch, und zwei runderneuerte Fahrzeughallen. Kriegen wir ungefähr alle 45 Jahre. Es können auch 42 oder 43 sein. Bei unseren Bauvorhaben sind die Grenzen fließend …

Ein Abschied, ein Wechsel und eine Premiere

Aus Wehkamp & Tabeling wurde erst Tabeling & Wehkamp. Und jetzt, ganz brandneu, heißt es Tabeling & Runnebohm.

Vorsichtshalber noch einmal ein bisschen ausführlicher. Phillip Wehkamp hat am 1. Dezember 2015 nach acht Monaten als Stellvertreter die Leitung der Jugendfeuerwehr übernommen. An seiner Seite: Michael Tabeling. Es folgten engagierte Jahre. Dann aber ging es bei Phillip los mit dem Hausbau. Und ein Kind war irgendwann auch angekommen im Hause Wehkamp. Als hätte Phillip geahnt, dass das eine anstrengende Zeit wird, hat er mit seinem Stellvertreter Michael Tabeling die Plätze getauscht.

So weit, so gut. Jetzt ist das Haus gebaut und das Kind größer geworden. Da will Phillip das alles auch mal genießen. Pfingsten mit Frau und Kind verbringen oder mit dem Bollerwagen losziehen, statt bei Sturm, Wind und Regen im SG 500 für gute Laune zu sorgen. Vielen Dank, Phillip, für tolle Jahre mit und für die Jugendfeuerwehr!

Das neue Leitungsteam unserer JF bilden Michael Tabeling und Hannah Runnebohm. Hannah ist aus dem Betreuerteam nachgerückt und war schon in ihrer „Heimatwehr“ Südlohne Betreuerin in der Jugendfeuerwehr. Mit Hannah gibt es jetzt eine absolute Premiere in der Feuerwehr Cloppenburg. Als Teil der JF-Führung ist sie nach 147 Jahren die erste Frau im Kommando der Wehr!

Ein großes und ganz offizielles Dankeschön hatte Stefan Abshof im Gepäck. Der stellvertretende Kreisbrandmeister zeichnete Phillip mit der Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Bronze aus.
Den emotionalen Höhepunkt setzte dann die JF selbst: ein Jugendfeuerwehrhelm, unterschrieben von allen Jungs und Mädchen der Jugendfeuerwehr.

Neue Uniformen für die Wehr

Gefühlt wurden wir die letzten einhundert Jahre mit Uniformen aus den Werkstätten der Vereinigten Sackwarenwerke ausgestattet. Karmesinrote Biesen – ein aussterbender Begriff! – am locker-fluffig fallenden Beinkleid. Dazu ein Jackett, das zumindest einen elementaren Wind- und Wetterschutz bot. Richtig modisch oder zumindest „schnittig“ war unsere alte Uniform nie.

Jetzt hat das Land Niedersachsen einmal alles auf links gekrempelt. Und was sagt man zum neuen Look? Fragen wir mal die künstliche Intelligenz! Klare Aussage: „Dunkelblau, sachlich, ordentlich. Der Anzug erinnert etwas an Fluggesellschaft oder Bahn. Der Blouson bringt eine Prise Ordnungsamt dazu.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Bei all den Neuerungen ist eines doch beim Alten geblieben: Wir haben mit unseren Gästen bis in die Nacht gefeiert. So wie immer!