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Freitag, 30.10.2026

Nach 10.755 Tagen war Schluss – unser TLF sagte zum Kreisfeuerwehrtag das letzte Mal „Wasser marsch“!

Ein treuer Kamerad verabschiedet sich aus dem Einsatzdienst der Feuerwehr Cloppenburg

Manche Fahrzeuge sind einfach nur Fortbewegungsmittel. Andere sind rollende Legenden, treue Einsatzbegleiter und fester Bestandteil der Feuerwehrgeschichte. Unser Tanklöschfahrzeug (TLF) gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Nach stolzen 10.755 Tagen im Dienst der Stadt Cloppenburg heißt es nun Abschied nehmen. Oder anders gesagt: Nach rund 29 Jahren, 5 Monaten und 20 Tagen darf auch ein Feuerwehrauto irgendwann einmal in den wohlverdienten Ruhestand rollen.

In dieser langen Zeit hat unser TLF so einiges erlebt. Unzählige Einsätze, Übungen, Ausbildungsdienste und wahrscheinlich mehr Blaulichtstunden, als man heute noch zählen kann, liegen hinter ihm. Ob bei Tag oder Nacht, bei Wind und Wetter. Auf das TLF war Verlass. Es hat uns stets treu begleitet und war immer dann zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde. Und während so mancher Kamerad nach einer langen Nacht erst einmal einen Kaffee benötigte, war unser TLF meistens schon startklar.

Ein Fahrzeug, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war! (Bildquelle: Feuerwehr-Magazin)

Wer in Cloppenburg von einem Brand hörte, kannte das Bild: Die Drehleiter und unser TLF machten sich gemeinsam auf den Weg. Dieses Duo war weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und gehörte bei Brandeinsätzen einfach zusammen. Wo die Drehleiter hoch hinaus musste, sorgte das TLF für die nötige Unterstützung am Boden. Ein eingespieltes Team eben fast wie Batman und Robin, nur mit etwas mehr Wasser und deutlich mehr Diesel.

Doch unser TLF war nicht nur im Einsatzdienst eine feste Größe. Über viele Jahre hinweg war es auch das Fahrzeug der TLF-Gruppe, die damit Jahr für Jahr beim Kreisfeuerwehrtag antrat. Hier wurde gezeigt, was in Fahrzeug und Mannschaft steckte. Das TLF war dabei nicht einfach nur ein Transportmittel für Gerätschaften und Mannschaft, sondern ein Stück gelebte Feuerwehrtradition. Schließlich wusste man nie, ob beim Kreisfeuerwehrtag am Ende die Stoppuhr oder doch wieder die eigene Muskelkraft über Erfolg und Misserfolg entscheiden würde.

Vom ersten Einsteigen bis zum großen Einsatz.

Für viele Kameradinnen und Kameraden begann die Beziehung zu diesem Fahrzeug schon in jungen Jahren. Bereits in der Jugendfeuerwehr wurde man mit dem TLF vertraut gemacht. Wo befindet sich welches Gerät? Wie funktioniert die Pumpe? Und vor allem: Wo darf man auf keinen Fall einfach irgendetwas anfassen?

So manche Feuerwehrkarriere begann mit einer Einweisung am TLF. Was damals noch nach einer beeindruckenden Sammlung aus Schaltern, Hebeln und geheimnisvollen Fächern aussah, wurde mit den Jahren zur vertrauten Umgebung. Das Fahrzeug wuchs für viele mit vom ersten neugierigen Blick in die Geräteräume bis zum späteren Einsatz als ausgebildete Einsatzkraft.

Und vermutlich gibt es in Cloppenburg nur wenige Feuerwehrleute, die nicht irgendeine Geschichte mit diesem Fahrzeug verbinden. Für die einen war es das erste Feuerwehrfahrzeug, mit dem sie richtig vertraut wurden. Für die anderen war es der zuverlässige Partner bei unzähligen Einsätzen. Und für manche war es schlicht das Fahrzeug, bei dem man auch nach Jahren noch wusste, wo alles seinen Platz hatte solange niemand vorher aufgeräumt hatte.

Ein neues Kapitel beginnt

Im September war es schließlich so weit: Das alte TLF wurde durch ein neues Löschgruppenfahrzeug 20 (LF 20) ersetzt. Damit endet eine Ära, und gleichzeitig beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der Feuerwehr Cloppenburg.

Das neue LF 20 basiert auf einem Scania-Fahrgestell und wurde von der Firma Schlingmann aufgebaut. Schon beim ersten Anblick wird klar: Dieses Fahrzeug muss sich wirklich nicht verstecken. Es ist ein echter Hingucker und bringt zugleich alles mit, was für die vielfältigen Anforderungen des modernen Feuerwehralltags benötigt wird.

Modernste Ausstattung, umfangreiche Einsatzmöglichkeiten und eine leistungsfähige Technik machen das LF 20 zu einem vielseitigen Allrounder. Egal, ob Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung oder andere Einsatzlagen, das neue Fahrzeug ist bestens gerüstet, um die Feuerwehr Cloppenburg auch in Zukunft schlagkräftig zu unterstützen.

Und lange auf seinen großen Auftritt warten musste es nicht: Bereits bei seinen ersten Einsätzen konnte das LF 20 seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Einsätze, Gelegenheiten, zu zeigen, was in ihm steckt. Wenn das so weitergeht, wird das neue Fahrzeug schneller bekannt sein, als es seine eigene Betriebsanleitung gelesen hat.

Thomas Stöckmann, ein Planungsmitglied des neuen Fahrzeugs, durfte gleich die erste Einsatzfahrt absolvieren. Da werden doch aus erwachsenen Menschen wieder kleine Kinder.

Altbewährt trifft auf neu durchdacht

Natürlich kann ein neues Fahrzeug mit moderner Technik und umfangreicher Ausstattung punkten. Doch ein alter Kamerad wie unser TLF lässt sich nicht einfach ersetzen. Denn mit ihm verschwinden nicht nur ein paar Gebrauchsspuren, sondern auch viele Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, erfolgreiche Einsätze und unzählige Stunden im Feuerwehrdienst.

Vielleicht wird das LF 20 eines Tages ebenfalls auf eine so lange Dienstzeit zurückblicken. Bis dahin muss es sich allerdings erst einmal beweisen. Die ersten Einsätze sind schon geschafft und die Messlatte von 10.755 Tagen liegt allerdings noch ein kleines Stück entfernt.

Eines ist sicher: Unser altes TLF hat seine Aufgabe über Jahrzehnte hinweg zuverlässig erfüllt. Es war ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr Cloppenburg, ein vertrauter Anblick bei Bränden und Übungen und für viele Kameradinnen und Kameraden weit mehr als nur ein Fahrzeug.

Wir wünschen unserem neuen LF 20 allzeit gute Fahrt, stets genügend Wasser im Tank und vor allem, dass es genauso zuverlässig zu seinen Einsätzen fährt, wie es sein Vorgänger all die Jahre getan hat.

Danke für 10.755 Tage voller Einsatz, Verlässlichkeit und gemeinsamer Erinnerungen!

Und unserem alten TLF wünschen wir einen würdigen Abschied. Es darf sich nun zurücklehnen, den Motor abstellen und die Blaulichter anderen überlassen. Denn eines hat es sich redlich verdient: den Ruhestand.