Fachbereiche
Unsere Fachbereiche erklärtDie Freiwillige Feuerwehr verfügt über eine Vielzahl von Fachbereichen, die auf verschiedene Einsatzarten spezialisiert sind. Egal, ob es sich um Absturzsicherung oder Gefahrgut-Einsätze handelt, es gibt immer eine Einheit, die für den jeweiligen Einsatz ausgebildet ist. Diese Einheiten sind mit speziellen Ausrüstungen und Werkzeugen ausgestattet, um effektiv und sicher arbeiten zu können. Die Feuerwehrleute in diesen Einheiten werden regelmäßig geschult und trainiert, um auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein.
Absturzsicherung-Gruppe
Abkürzung: Abstusi // Mannschaftsgröße: 20 Personen
Die Absturzsicherungsgruppe der Feuerwehr Cloppenburg besteht seit 2009 und kommt überall dort zum Einsatz, wo gewöhnliche Schutzausrüstung an ihre Grenzen stößt.
Im Gegenteil zur normalen persönlichen Schutzausrüstung ermöglichen die Spezialsysteme der Gruppe nicht nur das Verhindern eines Sturzes, sondern auch das kontrollierte Auffangen nach einem freien Fall. Neben der Rettung von Verunglückten aus schwer zugänglichem Gelände, aus Schächten oder von Dächern gehört auch die Eigensicherung der eigenen Kameraden – etwa bei Gebäudebränden oder Sturmschäden – zu den zentralen Aufgaben.
Um im Ernstfall jeden Handgriff sicher zu beherrschen, trainieren die 20 Mitglieder regelmäßig an realen Objekten wie Baukränen und Industrieanlagen sowie an den Standorten des Niedersächsisches Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Spezialkräfte ist es, das gesamte Feuerwehrteam für Absturzgefahren im Einsatzalltag zu sensibilisieren.
ELW-Gruppe
Abkürzung: ELW // Mannschaftsgröße: 14 Personen
Eine erfolgreiche Einsatzabwicklung steht und fällt mit klarer Kommunikation und Organisation. Die ELW-Gruppe bildet das organisatorische Rückgrat der Feuerwehr Cloppenburg und sorgt dafür, dass die Einsatzleitung entlastet wird und sich voll auf die taktischen Entscheidungen konzentrieren kann.
Der Einsatzleitwagen dient dabei als mobile Führungsstelle direkt vor Ort. Im Fahrzeug laufen alle Fäden zusammen: Die Mitglieder der Gruppe führen den Funkverkehr, dokumentieren das Einsatzgeschehen und halten den Kontakt zur Großleitstelle Oldenburger Land. Bei Bedarf unterstützt ein Führungsassistent den Einsatzleiter zudem unmittelbar an der Schadensstelle.
Auch abseits der Einsatzstelle übernimmt das Team entscheidende Aufgaben. Bei flächendeckenden Großschadenslagen – etwa nach schweren Stürmen – besetzt die Gruppe die Führungsstelle im Feuerwehrhaus. Dort werden eingehende Einsätze koordiniert, priorisiert und auf einer digitalen oder analogen Lagekarte übersichtlich dargestellt. Ein eigens entwickeltes ELW-Konzept sowie moderne Kommunikationstechnik garantieren dabei strukturierte Abläufe, damit auch im Hintergrund jeder Handgriff sitzt.
Gefahrgut-Gruppe
Abkürzung: GWG // Mannschaftsgröße: 21 Personen
Seit dem Aufbau des Gefahrgutzuges im Landkreis Cloppenburg im Jahr 1994 stellt die Feuerwehr Cloppenburg eine eigene Spezialgruppe für Gefahrgutlagen. Heute gehören ihr 21 besonders geschulte Einsatzkräfte an.
Ob auslaufende Chemikalien, Leckagen an Transportbehältern oder Gefahrstoffaustritte im Industriebereich: Die Einsätze verlangen fachliches Know-how und höchste Präzision. Eine Grundschulung beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) sowie regelmäßige Einsatzübungen stellen sicher, dass das Vorgehen im Gefahrenbereich und die Zusammenarbeit der Einsatztrupps perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Bei besonders kritischen Stoffen arbeiten die Einsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) und mit isolierendem Atemschutz. Diese Schutzkleidung schützt zuverlässig vor giftigen Dämpfen und Flüssigkeiten, erfordert jedoch höchste körperliche Fitness. Da die Einsatzzeit unter dem dichten Anzug auf etwa 20 Minuten begrenzt ist, erfordern solche Lagen eine präzise Planung – von der Erkundung und Abdichtung über die Dekontamination der Kräfte bis hin zum reibungslosen Austausch der Trupps.
Kreisfeuerwehrbereitschaft
Abkürzung: KFB
Ob bei Hochwasser, großflächigen Vegetationsbränden oder langwierigen Katastropheneinsätzen: Wenn die Kräfte vor Ort an ihre Grenzen stoßen, kommt die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) zum Einsatz. Sie bündelt die personellen und technischen Ressourcen verschiedener Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis, um auch bei komplexen Notlagen schnelle und ausdauernde Hilfe zu leisten.
Organisation und Einsatzbereitschaft Innerhalb des Landkreises wird die Bereitschaft in der Regel alarmiert, wenn mehr als vier Ortsfeuerwehren im Einsatz sind. Aber auch über die Landkreisgrenzen hinaus leistet die Einheit Nachbarschaftshilfe. Die Alarmierung erfolgt über den Kreisbrandmeister. Bei überörtlichen Anforderungen ist die KFB innerhalb von zwei Stunden abmarschbereit und kann sich vor Ort mindestens vier Stunden lang eigenständig versorgen und operieren.
Die Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft Cloppenburg Um für jedes Szenario gerüstet zu sein, ist die Bereitschaft in fünf spezialisierte Züge aufgeteilt:
Wasserförderung: Transportiert Löschwasser über lange Wegstrecken.
Wassertransport: Stellt große Wassermengen in wasserarmen Gebieten bereit.
Wald- und Flächenbrand: Spezialisiert auf die Bekämpfung von Vegetationsbränden.
Technische Hilfeleistung: Übernimmt anspruchsvolle Rettungs- und Bergungsarbeiten.
Verpflegung: Sichert die Versorgung der Einsatzkräfte bei Langzeiteinsätzen.
Die Feuerwehr Cloppenburg stellt maßgebliche Teile des 4. Zuges (Technische Hilfeleistung). Dafür stehen folgende Fahrzeuge bereit:
MTW (14-17-10): Mannschaftstransportwagen, dient als Führungsfahrzeug für den 4. Zug.
LF-L (14-49-10): Löschgruppenfahrzeug-Logistik für Material und Einsatzkräfte.
RW (14-52-10): Rüstwagen mit umfangreicher Spezialausrüstung für schwere technische Hilfeleistungen.
Durch regelmäßige gemeinsame Übungen aller beteiligten Wehren ist sichergestellt, dass das Zusammenspiel im Ernstfall reibungslos funktioniert – für maximale Sicherheit im Landkreis Cloppenburg und darüber hinaus.