Donnerstag, 07.05.2026

Schweiß, Ausdauer und Nullsicht: Die jährliche Belastungsprobe unserer Atemschutzgeräteträger

Es ist dunkel, die Luft ist heiß, es knistert, man hört Stimmen – und das prägende Geräusch ist das rhythmische Zischen der Lungenautomaten. Was nach einem gefährlichen Brandeinsatz klingt, ist für uns Einsatzkräfte Pflichtprogramm: der jährliche Durchgang in der Atemschutzübungsanlage. Da die Atemschutzunterweisung bereits im Vorfeld absolviert wurde, lässt sich nun ein Haken nach dem anderen auf der jährlichen Agenda setzen.

Hinter dem Training steckt mehr als nur sportlicher Ehrgeiz. Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 (FwDV 7) schreibt klar vor, dass jeder der rund 60 aktiven Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Cloppenburg einmal pro Jahr seine körperliche Eignung unter Beweis stellen muss. Ziel ist es, die Belastungen eines realen Einsatzes unter kontrollierten, aber extremen Bedingungen zu simulieren.

Auch wenn nicht immer jeder die Belastungsübung auf Anhieb besteht, bleibt die Spannung hoch. Ein Nichtbestehen ist dabei kein Scheitern, sondern eine wichtige Erkenntnis über den aktuellen Leistungsstand. Wir üben bewusst ohne vorheriges Aufwärmen, um die Realität abzubilden: Auch im Einsatz müssen wir von null auf hundert die volle Leistung erbringen können.

Die Übung ist kein Spaziergang – höchstens auf dem Laufband. Um die geforderte Gesamtarbeit von mindestens 80 kJ zu erreichen, absolvieren die Kameraden einen Parcours, der sie an ihre Leistungsgrenzen bringt. Das Ganze geschieht in voller Montur und mit angeschlossenem Pressluftatmer, was eine zusätzliche körperliche Last von rund 20 bis 25 Kilogramm bedeutet.

Innerhalb der Mannschaft gibt es dabei feine Unterschiede in der Bewertung: Mit zunehmendem Alter werden die Anforderungen physiologisch angepasst. Gemäß der Dienstvorschrift wird die geforderte Gesamtleistung ab einem Lebensalter von 50 Jahren moderat gemildert, um der langjährigen Erfahrung Rechnung zu tragen und die Gesundheit unserer „alten Hasen“ nicht zu gefährden.

Kraft und Ausdauer an den Arbeitsmessgeräten. Hierzu gehören das Laufband, das Endlosleitersteigen und die Simulation von schweren Hammerschlägen.

Die Orientierungsstrecke: Sobald der Puls oben ist, geht es in die Übungsstrecke. Bei absoluter Nullsicht (Vernebelung oder Verdunklung) und erhöhten Temperaturen müssen sich die Trupps durch ein enges Gitterlabyrinth tasten, Hindernisse überwinden und Engstellen passieren.

Nach der Strecke ist vor der Belastung. Es geht erneut an die Geräte, um die letzten Reserven zu mobilisieren, bevor der Luftvorrat zur Neige geht.

Warum dieser Aufwand?
Die Belastungen in der Übungsanlage sind in ihren Ansätzen mit realen Einsatzszenarien vergleichbar. Ob bei einer Menschenrettung in einem verrauchten Wohnhaus oder der Brandbekämpfung unter extremen Temperaturen: Nur wer körperlich fit und an die Belastung gewöhnt ist, kann im Ernstfall sicher und besonnen handeln.